Vergeblich gehofft auf Glücksmoment

DJK-VBRS unterliegt im Derby bei GW Nottuln 0:2

Plötzlich war sie da, diese eine Riesenchance, auf die sie gehofft hatten. Diese Möglichkeit, der Partie in der 75. Minute eine andere Wendung zu geben – aber der Schuss von Lucca Rensing nach Vorarbeit von Koray Arslan strich hauchzart am langen Pfosten vorbei. „Ich hätte mir gewünscht, dass so ein Ding mal reinmurmelt und wir einen meinetwegen auch unverdienten Punkt geholt hätten", bedauerte Sebastian Scheinig. Also blieb zu notieren: Die personell auf der allerletzten Rille laufende DJK Coesfeld-VBRS hat bei GW Nottuln mit 0:2 im zehnten Spiel die neunte Niederlage kassiert.

 

Ein frühes Tor und ein ganz spätes, dazwischen jede Menge Leerlauf und eine taktische Aufstellung wie beim Handball – nein, ein Leckerchen war es nicht für die rund 150 Zuschauer im Baumberge-Stadion. Die DJK-VBRS spielte nicht mit, auch wenn der Plan, lange die Null zu halten, nach einem Kopfballtor von Till Zumkley schon in der dritten Minute über den Haufen geworfen war. „Wir müssen einfach unsere derzeitigen Möglichkeiten sehen", verwies Scheinig darauf, mit dem letzten Aufgebot keinen Hurra-Fußball spielen zu können. So standen die Eintrachtler trotz des Rückstandes tief, ließen kaum Räume – und hofften 86 Minuten lang darauf, dass irgendwie der Ball einmal ins Nottulner Tor fliegen möge.

Und diese Gefahr, einen hochverdienten Sieg doch noch aus der Hand geben zu können, schien die Gastgeber ein wenig zu lähmen. „Die ersten 10 bis 15 Minuten waren gut, mit viel Bewegung", bilanzierte GW-Trainer Oliver Glaser. Aber das zweite Tor fiel nicht, und dann war's vorbei mit der Lockerheit. „Wir haben zu statisch und langsam agiert", zeigte sich Glaser kritisch.

Weil die DJK/VBRS-Defensive um Hubertus Roling als Turm in der Schlacht kaum Lücken ließ, waren es zumeist Standards, die für Gefahr sorgten. Wie in der 43. Minute, als Oliver Leifken nach einer Ecke von Timo Grabowsky per Kopf die Unterkante der Latte traf. Grabowsky hatte dann mit zwei Freistößen Pech: Der erste Versuch klatschte an den Pfosten (55.), Nummer zwei lenkte Tim Herbstmann an die Latte (56.). Youngster Herbstmann rettete auch stark per Fußabwehr gegen Fabian Schöne (29.) und Manuel Eustermann (70.).

So blieb das Ding heiß bis kurz vor Schluss, dann aber startete Fabian Schöne nach einem Steilpass durch, umkurvte Tim Herbstmann und machte mit dem 2:0 den Deckel drauf (89.). „Schade, aber völlig verdient", stellte Sebastian Scheinig fest, der seinem Team dennoch einen guten Auftritt attestierte und zumindest einen Grund zur Freude hatte: Nach über einjähriger Leidenszeit und doch früher als geplant feierte Bastian Domeier in der 70. Minute sein Comeback – und zeigte gleich, wie wertvoll er sein kann.

GW Nottuln – DJK Coesfeld-VBRS 2:0; Tore: 1:0 Till Zumkley (3.), 2:0 Fabian Schöne (89.).

Quelle: Allgemeine Zeitung, Coesfeld

 

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