Bericht zum "Ball der Nationen"

Fußballturnier „Ball der Nationen" begeistert Flüchtlinge und Organisatoren

Die „Eagles" sind inoffizielle Sieger des Turniers. Internet
Im Finale bezwangen sie mit 3:1 die Mannschaft „Palermo".

Bilderstrecke: www.azonline.de

Von Sascha Kappel

COESFELD. Sie jubeln, fallen sich in die Arme, lachen. Es scheint, als könnten beim Benefiz-Fußballturnier „Ball der Nationen" am Samstagmittag die in Coesfeld lebenden Flüchtlinge ihre Sorgen vergessen und loslassen. Zuschauer feuern die Spieler an. „Wir haben viel Spaß. Es sind viele Flüchtlinge gekommen. Das Turnier ist eine schöne Sache", so Tarek AI Hussein aus Syrien (28), der sich unter die Kicker gemischt hat. 18 Mannschaften treten auf dem Platz der DJK-VBRS in Ausscheidungsspielen auf vier Feldern gegeneinander an.

Das Turnier richtet sich an Flüchtlinge, Vereine, Hobbykicker. Jede Mannschaft spielt zehn Minuten. Dazwischen gibt es fünf Minuten Pause. Die „Eagles" sind am Ende zwar inoffizielle Turniersieger, aber Gewinner sollen alle sein. Deswegen erhält jede Mannschaft einen gleichwertigen Preis. „Wir verteilen Sporttaschen, Medaillen und Multifunktionstücher", so Michael Laukamp von der DJK-VBRS.
Die Idee zum Turnier stammt von Oliver Steens. „Er trat an die SG und die DJK-VBRS heran. Da die Flüchtlinge bei uns seit sechs Wochen trainieren, war das für uns kein Problem", so Laukamp. Beteiligt an der Planung des Turniers waren verschiedene Unternehmen, Vereine und Organisationen - darunter die Sportvereine DJK-VBRS und SG 06, die Tanzschule Falk, das Rote Kreuz und die
Flüchtlingsinitiative. „Wir
hatten rund eine Woche Vorlauf. Alles organisiert haben wir an einem Tag. Und das, obwohl es ein fremdes Team war", so Laukamp. Berührungsängste seitens der Flüchtlinge habe es keine gegeben. „Alle waren heiß wie Frittenfett", so Laukamp. Von der Leistung begeistert ist auch Bernd Lippe von der Flüchtlingsinitiative Coesfeld, die mit an der Planung beteiligt war. „Ich hatte noch nie so ein effizientes Treffen", betont er. Ohne Pause
Bilderstrecke: www.azonline.de
schallt seine Stimme am Samstagmittag über den großen Kunstrasenplatz. Auf Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch gibt er Informationen und Spielstände durch. Immer wieder ruft er „Fair Play". „Das steht im Vordergrund. Wir spielen ohne Schiedsrichter. Und es funktioniert", so Laukamp. Keiner der Spieler trägt Schuhe. „Das war eine Bedingung, weil es nicht möglich war, für alle Schuhe zu besorgen", so Laukamp.
Einen Dämpfer erhält die Stimmung, als ein 36-jähriger Albaner mit einem anderen Spieler zusammenstößt. Er erleidet eine Kopfverletzung. Der Rettungshub- schrauber muss kommen und fliegt ihn in eine Klinik nach Münster. „Er ist ansprechbar", so ein Sprecher der DRK-VBRS.
Nach der Unterbrechung geht das Turnier weiter. Schnell ist die Stimmung wieder gut. Auch die Polizei ist vor Ort. Arbeit hat sie jedoch nicht.
Das bestätigt Hauptkommissar Melcher von der Polizei Coesfeld. „Es ist ein schöner Nachmittag. Es gibt nichts zu melden."

Fotos: Sascha Kappel

Quelle: Allgemeine Zeitung

Zusätzliche Informationen