Gekommen, um zu bleiben

Betriebsunfall korrigiert – jetzt soll es ins Mittelfeld der A-Liga gehen / Daumendrücken aus 2100 Kilometern Entfernung

Das Schicksal ihrer Vorgänger ist Warnung genug. Vorwärts Lette – direkt wieder runter. SuS Hochmoor – gleich wieder abgestiegen. Und jetzt die DJK Coesfeld-VBRS II? „Wir sind gekommen, um zu bleiben", bringt Denis Koopmann das Ziel kurz und knapp auf den Punkt. Den GAU mit dem Abstieg aus der A-Liga haben sie prompt repariert. Sie sind zurück, und das bitteschön dauerhaft, fordert der Trainer: „Wir haben das Potenzial."

DJKII -_Betriebsunfall-korrigiert

Wie sich der Aufsteiger auf das Unternehmen Kreisliga A vorbereitet, kann Koopmann nur aus 2100 Kilometern Entfernung verfolgen. Denn dort, im NATO-Hauptquartier, hat der 40-Jährige seit Mitte Mai sein Büro bezogen. Bis Ende September verrichtet er im Kosovo seinen Dienst. „Jetzt war gerade Bergfest", ist er guter Dinge. „Und die Jungs sind auf einem guten Stand." Nahezu täglich hält er Kontakt mit seinem Trainerteam: Ralf „Tenne" Tendiek und Hendrik „Henne" Schemmer, dazu Markus „Leuchte" Lechtenberg. „Ich kann auf die Spieler voll vertrauen", betont Koopmann. „Und auf meine Co-Trainer sowieso."

Als klar war, dass er beruflich in den Kosovo muss, hat er gleich das Gespräch mit dem Vorstand gesucht. „Es hätte ja auch sein können, dass die Verantwortlichen dann eine andere Lösung wollen." Aber davon wollte Johannes „Emma" Emrich nichts wissen – zu gut ist die Zusammenarbeit mit diesem Aufstiegstrainer, als dass man ihn leichtfertig ziehen lassen wollte. Mit Ralf Tendiek und Hendrik Schemmer, der aus Verletzungsgründen leider nicht mehr als Spieler zur Verfügung stehen könne, sei eine hervorragende Lösung gefunden worden. „Henne ist ein super Typ, der uns zum Glück in dieser Funktion erhalten bleibt", betont Denis Koopmann. „Und mit Tenne teile ich dieselbe Auffassung von Fußball."

Und die ist vor allem offensiv geprägt. Mit dieser Spielweise haben sie die B-Liga dominiert, überlegen und verdient den Titel eingefahren. Jetzt wird sich der Fußball ein Stück weit verändern, dessen ist sich der Trainer bewusst: „Die Qualität der Gegner ist meist höher – da werden wir nicht mehr so viel in der gegnerischen Hälfte agieren können." Dennoch werde er an der Philosophie nicht rütteln. „Tenne und ich waren Offensivspieler", lächelt Koopmann. „Wir wollen nach vorne, das steckt drin." In der Meistersaison waren sie in nahezu jedem Spiel der Favorit. Das sind sie nun nicht mehr, glauben aber weiter fest an sich.

Wozu es reichen kann in Jahr eins nach dem Wiederaufstieg? „Rund um Platz zehn", gibt Denis Koopmann das Ziel vor. „Vielleicht Zwölfter, vielleicht auch Achter." Denn ein Stück weit sind sie als Reserve von Wohl und Wehe der ersten Mannschaft abhängig. „Schlimmer als in der vergangenen Saison kann es ja kaum werden", gibt sich der Trainer gelassen – schon da hatte die Landesliga-Vertretung von Sebastian Scheinig enormes Verletzungspech, so dass die „Zweite" regelmäßig unterstützen musste. Sie sind der Rückhalt, nehmen aber auch die Jungs von oben auf, die es eventuell nicht in den Kader des Spieltages geschafft haben. „Umso wichtiger ist es, dass wir nach dem Aufstieg wieder näher dran sind an der Ersten", so Koopmann.

Am 18. Mai hat er zum letzten Mal mit der Mannschaft auf dem Platz gestanden. Ende September, so ist die Planung, wird er zurückkehren ins heimische Hochmoor, wo er sich riesig auf seine bessere Hälfte Britta und die beiden Kinder Ena (8) und Matti (2) freut. Und natürlich auf „seine Jungs", die dann schon die ersten sechs oder sieben Spiele hinter sich haben. „Das ist jetzt schon hart, aber wenn die Meisterschaft läuft, wird es richtig kribbelig", ahnt der 40-Jährige, der per Live-Ticker mitfiebern wird. Bis Ende September drückt er aus der Ferne die Daumen – dann kommt auch Denis Koopmann zurück, um zu bleiben. 7 nächste Folge am Freitag (28. 7.): über die Mannschaft, die sich der Favoritenrolle stellt, auch wenn der Titel kein Muss ist.

 Quelle: Allgemeine Zeitung, Coesfeld

Zusätzliche Informationen