November-Blues in Coesfeld

Nach dem Abpfiff schallten die Chöre unterm Tribünendach: „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey, hey!" Die Fans aus Deuten outeten sich als Feierbiester und sangen lauthals: „Wir wollen die Mannschaft seh'n." Die Coesfelder Anhänger hatten den November-Blues und blieben lieber mucksmäuschenstill. Sie waren tief enttäuscht ob der 0:2-Niederlage und dem Verlust der Tabellenführung.

Engin Yavuzaslan gratulierte dem Trainerkollegen Frank Frye, dann folgte der geordnete Rückzug der kompletten Mannschaft in die Umkleide, wo das Geschehen rekapituliert wurde.

„Fußball ist Ergebnissport", stellte Yavuzaslan nach der Kabinenpredigt fest, „die Deutener haben zwei Tore gemacht, wir keins. Das zählt!" Dennis Hubert, der kopfballstarke Vierer der Gäste, war bei zwei Standardsituationen hellwach: In der 3. Minute köpfte er eine Ecke in den Giebel, und in der 32. Minute war er erneut erfolgreich. „Wir haben vorher gewusst, dass der Gegner viel über Standards versuchen würde", sagte Engin Yavuzaslan, „beide Male haben wir schlecht auf Zone gedeckt." Dominic Steiner, der Innenverteidiger, war nach dem zweiten Gegentreffer total angefressen: „Es kann nicht sein, dass wir bei jedem Standard pennen."

Die Hausherren waren zwar feldüberlegen. Prima lief die Kugel durch die eigenen Reihen, doch im letzten Drittel türmte sich eine riesige Abwehrmauer vor ihnen auf, die sie nicht löchern konnten. Marius Borgert hing völlig in der Luft. Kamen er und seine Kollegen einmal durch, stand ihnen der Klasse-Keeper Dennis Heyer stets im Weg. „Ich bin ja ein fairer Verlierer", meinte Engin Yavuzaslan nach der zweiten Niederlage in Folge, „aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Deuten mit einer Fünferkette durch die Liga mogeln wird. Das ist starker Tobak!"

DJK Coesfeld-VBRS - Rot-Weiß Deuten 0:2; Tore: 0:1, 0:2 Dennis Hubert (3., 32.)

Quelle: Allgemeine Zeitung, Coesfeld

 

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