Neuaufbau mit blau-weißen Urgesteinen

Der Schock war groß, riesengroß, als die Nachricht die Runde machte, dass die Fußball-Abteilung von DJK Coesfeld-VBRS in finanziellen Nöten stecke und Abschied nehmen müsse von ihren sportlichen Zielen. „Doch ich kann allen die Angst nehmen, dass hier am Saisonende die Lichter ausgehen", beruhigt Hendrik Schemmer, treibende Kraft der neu geschaffenen Personalkommission, die Sorgen der geplagten Fans, „die aktuelle Situation ist aufgearbeitet worden. Aussprachen gab es in unterschiedlicher Konstellation, da ging es teilweise hochemotional zu, und intensiv wurde nach Lösungen gesucht." So wie es sich darstellt, werden Engin Yavuzaslan, der Cheftrainer, und sein „Co" Mario Worms, den es nach Vreden zieht, mit ihren Gefolgsleuten Andree Dörr und Steffen Warnecke ab Sommer nicht mehr das Sagen haben.

Hendrik Schemmer, der selbst zum Kader der Reserve zählt, ist optimistisch, dass auch unter neuer Leitung weiterhin erfolgreicher Fußball im Sportzentrum West geboten wird. Mit viel Einsatz und Leidenschaft, wie man es bei ihm gewohnt ist, hat „Henne", so sein Spitzname, zahllose Gespräche geführt. „Das Umfeld darf sich auch weiterhin auf engagierte Spieler freuen", verspricht er, „wir werden unter Volldampf in die Saison 2019/20 starten." Mit Marius Borgert, am Sonntag noch zweifacher Torschütze beim 4:1-Sieg über den Aufsteiger VfL Billerbeck, Tobias Hüwe, Bastian Domeier, Jonas Berding, Kai Hemsing, Cedric Pollmeier, Lucca Rensing, Hendrik Schüer und Philip Luca Schink haben ihm neun Urgesteine das Ja-Wort gegeben, dass sie dem Klub die Treue halten. Johannes Kasnatscheew, der erfahrene Keeper, will ebenfalls das DJK-Trikot anbehalten. Da muss allerdings abgewartet werden, wohin es den Doktor der Chemie beruflich verschlägt. Ob er in Münster bleibt oder in die große weite Welt zieht, wo er jetzt bereits Vorträge hält.

Gerd Emrich, der Abteilungsvorsitzende, freut sich über die positive Entwicklung und lobt seinen Klubkollegen: „Henne kniet sich zu hundert Prozent in seine Aufgabe rein." 32 ist Schemmer, „im besten Alter", wie Emrich meint. Schemmer lacht und sagt: „Das ist ganz schön spannend! In den Vorstandsrunden war ich bisher nur als Spielervertreter beteiligt, nun kümmere ich mich um die künftige Ausrichtung im DJK-Fußball." Die tolle Gemeinschaft im Mannschaftsgefüge der „Ersten" und „Zweiten" habe ihn motiviert, sich auch außerhalb des grünen Rasens einzubringen, betont Hendrik „Henne" Schemmer. „Ich bin zwar ein Auslaufmodell und verfüge bereits über Altherren-Erfahrung, bin aber nach wie vor bestens vernetzt mit den Jungs, die derzeit in der Bezirksliga bzw. Kreisliga A kicken." Mit allen habe er sich ausgiebig unterhalten und ihnen seine Ideen vorgestellt, fügt er hinzu, „viele denken wie ich: Wir haben Bock auf Fußball, Bock auf den Zusammenhalt und das gute sportliche Umfeld." Natürlich weiß er auch, dass die neue Ausrichtung kein Selbstläufer ist. „Ich setze auf die blau-weißen Gene!" Obwohl beinharter Fan von Borussia Dortmund, ist Schemmer ein Blauer durch und durch, dem auch der Nachwuchsbereich vertraut ist, wenngleich seine Zeit als tatendurstiger Jugendspieler einige Jährchen zurückliegt.

Wo die beiden Teams demnächst um Tore und Punkte kämpfen werden, ob in der Bezirksliga, in der Kreisliga A oder B, lässt er offen. „Die Entscheidung über die Liga-Zugehörigkeit", antwortet Schemmer, „wird am letzten Spieltag fallen." Da spielt er auf Zeit. „Das ist abhängig vom Spielermaterial." Mit den Zusagen, die er schon erhalten hat, lässt sich planen. „Dass sie bleiben, ist aller Ehren wert und ihnen nicht hoch genug anzurechnen in diesen wilden Zeiten", erklärt „Henne" Schemmer, „ich bin mir sicher, dass wir eine leistungsstarke Mannschaft haben werden." Über Trainernamen will er nicht reden. „Noch nicht", wehrt er ab, „ich bin jedoch zuversichtlich, dass auch dieses Thema bald durch ist." Mit geeigneten Kandidaten ist Schemmer in Kontakt. „Per März sollen die Planungen abgeschlossen sein." Rigoros drückt er aufs Tempo.

Was jetzt noch fehlt, ist Unterstützung von außen. „Wir brauchen ehrenamtliche Helfer, die mit anpacken." Hendrik Schemmer weiß, „dass diese Suche eindeutig schwieriger ist". Er hofft auf „personellen Nachholbedarf, um sportliche Wünsche und vorhandene Möglichkeiten zusammenzuführen". Zum Wohle des Vereins. „Wenn jeder Interessent ein wenig Freizeit und guten Willen einbringt, bewegen wir was – und haben auch noch Spaß dabei."

Vielleicht sind seine Kontakte hilfreich, die er bei seinen Ersteinsätzen in der Altherren-Truppe geknüpft hat. „Den ein oder anderen Oldie", bekräftigt Schemmer, „kann ich mir sehr gut als Mitarbeiter vorstellen." Er ist kein Solist, der ein Spiel im Alleingang entscheiden will. „Ach was! Ich bin ein Teamplayer und suche Verstärkung." Getreu dem Leitsatz: Gemeinsam sind wir stark!

Quelle: Allgemeine Zeitung, Coesfeld

 

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