I did it my way - Heike Rotthäuser und Michael Kolm laufen den New York Marathon

Die Idee kam vor drei Jahren auf, den Anlass bot dann ein runder Geburtstag von Heike und das entsprechende Geschenk Ihres Mannes: „Lauf diesen besonderen Lauf!", was dazu führte, dass die langjährigen Lauffreunde Heike und Michael am 4.11.2018 mit über 53000 anderen Menschen aus aller Welt einen der „Big – 6 -Marathons" finishten!

Gelaufen sind sie schon mehrere Marathons, aber dieser war ganz besonders! „Ich kriege immer noch Gänsehaut, wenn ich nur daran denke!", so schwärmt Michael beim „normalen" Lauftraining am Samstag seinen Laufkollegen der LG-Coesfeld noch vor! Gebucht hatten sie eine 6-Tages-Reise bei einem der darauf spezialisierten Anbieter, der Laufbegeisterte aus ganz Deutschland einsammelt und nach New-York fliegt, teils mit prominenter Unterstützung! Im Falle von Heike und Michael reiste „Laufpapst" Herbert Steffny mit, der auch besondere Übungsläufe vor Ort anbot und wertvolle Tipps für die Strecke hatte: „Teilt es euch besser ein als sonst, die zweite Hälfte wird echt hart", so ließ er verlauten! „Und er hatte verdammt recht", so Michael, denn was viele nicht wissen: durch die 5 Brücken der Inselstruktur von New-Yorks Stadtteilen und das 7,5 km lange „auf und ab" im Central-Park kommen mal eben 300-400 Höhenmeter zusammen! „Das ist zwar ein geiler Anblick, wenn Du nach Meile 16 von der Queensboro-Bridge eine scharfe Kurve runter läufst und danach geht es knapp 5 km schnurgerade und langsam hoch, so dass Du alle Läufer vor dir als unendlich langes Farbenpunktemeer vor dir siehst!" schwärmt Heike, „aber deine Muskeln sehen das ganz anders!" Und die waren schon gut vorbereitet! Heike und er nutzten die ersten Tage für Sightseeing und Einkauf: „wir sind fast immer zu Fuß in dieser Riesen-Metropole unterwegs gewesen und haben uns dann abends gewundert, warum wir so kaputt waren, bis wir bei der „offiziellen" Stadtrundfahrt gemerkt haben, wie viel Strecke wir da abgelaufen sind!", so die beiden gut-trainierten (Michael hatte dennoch „mal eben" 3 Kilo in den 6 Tagen verloren!) „Die Stadt ist so irre! Es gibt so viel zu sehen, wir haben uns kaum noch getraut, Fotos nach Hause zu schicken, weil unsere Familien schon neidisch wurden!" so das Fazit! Am Tag vor dem Start dann aber trübes Wetter mit kaltem, immer stärker werdenden Wind. vor dem_Start_1Beide hatten Sorge, ob sie am nächsten Tag die drei Stunden im offenen Startcamp gut überstehen würden! Denn da, wo über 55000 Menschen starten, braucht es Logistik und Regeln, damit alles klappt, und das bedeutet, dass man zwischen 6 und 7 Uhr morgens aufbricht und ins Startcamp gebracht wird, um dann um 10.45 Uhr die ersten Schritte über die Verrazano-Narrows Bridge, die größte Hängebrücke der USA zu absolvieren! Musikalisch eingestimmt durch Frank Sinatras „New York, New York"! „Wir hatten doppeltes Glück" erklärt Heike, „einerseits waren es am Veranstaltungsmorgen zwar nur 6 Grad Temperatur, aber der kalte Wind vom Vortag war weg und dafür die Sonne wieder da! Und gegen die Kälte haben wir uns für die drei Stunden Warterei auf der Wiese anziehen können und die Kleidung anschließend gespendet!" Zweiter Glücksfaktor: Beide hatten als Zielzeit 4 Stunden angegeben, was dazu führte, dass sie in verschiedenen Startblöcken hätten starten müssen, da gleiche Zeiten bei Frauen und Männern als unterschiedliche Laufstärken gewertet werden! „Heike hat dann auf ihren (besseren) Startblock verzichtet und ist mit mir gestartet", erläutert Michael, „was aber zur Konsequenz hatte, dass wir beide im oberen Teil der Doppelstock-Brücke laufen konnten, was optisch der Wahnsinn war!"auf der_Brücke Akustischer Wahn waren die Zuschauer! „Wir hatten uns extra Laufshirts anfertigen lassen, auf denen groß unsere Namen standen, das führte dazu, dass uns unablässig Leute mit unseren Namen angefeuert haben und uns durch die Stadt gepuscht haben!" Diesen „Tunnel der Emotionen" dachten sie schon von den letzten Kilometern beim Münstermarathon zu kennen, aber „hier war die ganze Stadt nur „Marathon", eine nicht überschaubare, feiernde Menschenmenge ohne Ende vom Start bis zum Ziel!" sind beide immer noch kopfschüttelnd beeindruckt! Dies war gut, denn der Lauf wurde immer anstrengender, nicht allein wegen der Steigungen: „ab km 12 gingen die ersten, ab Halbmarathon sehr viele, der letzte kam nach über 11 Stunden ins Ziel!", so beschrieben sie ihre vermehrten, kräftezehrenden Zickzack-Überholmanöver! Positiver Effekte dieses „Ausgebremst-werdens": Michael konnte sehr viele Fotos unterwegs machen! Und so finishten sie gemeinsam in 4:42 h, was in Anbetracht der ganzen Erschwernisse eine tolle Leistung ist! Zieleinlauf„Dann war aber nicht Schluss mit Laufen", schmunzelt Michael, 52812 Finisher müssen auch kontrolliert aus den 2 Zielbereichen weggeführt werden, „du läufst in einer Schlange an Medaillenausgabe, Fotopoint und Verpflegungsbeutelstation vorbei", „oder wirst gelaufen", wirft Heike ein, „um nach 4 km endlich aus dem Marathonbereich „entlassen" zu werden"! „Dann hab ich mein Handy angemacht und wollte nach Coesfeld schreiben, das alles gut ist!" erzählt Heike, „ich kam aber erst gar nicht dazu, mein whatsapp explodierte, aus Coesfeld hagelte es schon Glückwünsche, Smileys und Daumen-hochs, da kam ich gar nicht dazwischen"! Ja, die Coesfelder Familien, LauffreundInnen und Bekannte hatten den „Tracking-Service" des Marathon-Veranstalters genutzt und so die Läufe der beiden verfolgt und sich mit gefreut! Das obligatorische Finishershirt haben sie sich am nächsten Tag geholt - wieder gab es Schlangen - „das hab ich dann knapp eine Woche getragen" schmunzelt ein stolzer Michael! mit MedailleAuf die Frage, ob sie nun die übrigen Läufe der „Big-6, die World Marathon Majors" in Berlin, Boston, London, Tokio und Chicago in Angriff nehmen wollen, kommt von beiden ein klares Nein! „Das war so einmalig und wahnsinnig, das bleibt als etwas Super-Besonderes bestehen und soll nicht durch „immer mehr" getoppt werden!" sind sich die zwei einig!

Fotos: Michael Kolm

Bericht: Heike, Michael und Wisi

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