Schietwetter in Hamburg aber gute Zeiten

Zum schnellsten Frühjahrsmarathon in Deutschland trafen sich in Hamburg vier (Ex-) Coesfelder, um bei kalten 13° und Dauerregen die 42,195 km zun laufen oder zu begleiten!

 

So trafen sich unter dem Messefunkturm in alte Pullover und Plastiküberzieher gehüllt Günter Severt, Michael Wieskus und Daniel Salchert nebst Frau, um sich für ein Foto und ein paar warme Gedanken auf das Happening vorzubereiten.Hamburg Daniel_Wisi_und_Günter 14000 Volldistanzler waren gemeldet, knapp 11000 starteten dann auch, umgeben von 6000 StaffelläuferInnen. Manchen war das Wetter wohl zu kalt und nass, scherzten die AthletInnen untereinander und vor allem nach dem Lauf, als bekannt wurde, daß der Topfavorit, ein Kenianer, nach der Hälfte des Laufs aufgab! Das taten die (Ex-) Coesfelder nicht, Daniel Salchert, der vor einigen Jahren noch für die LG Coesfeld lief, nun aber berufs- und ehebedingt in Süddeutschland weilt und für die "LAG mittlere Isar" startete, rannte kontinuierlich mit knapp 14 km/h die Strecke ab und kam so nach 3 Stunden und 3 Minuten glücklich ins Ziel. Vorher hatte er noch gescherzt, "mal schauen, ob ich die ersten zehn Kilometer gut überlebe!", na das hat er wohl geschafft!

Günter Severt, der Routinier der LG Coesfeld, eilte ihm nach und war nur sechs Minuten "langsamer" als Daniel. Trainer Ewald Naber hatte ihm geraten, nicht seine Glanzzeit von unter drei Stunden wieder anzupeilen, sondern den Lauf zu geniessen! Und Günter hört auf seinen Trainer und genoss den Lauf, wobei, wer als M50-Läufer in 3 Stunden und 8 Minuten im kalten regen Marathon läuft, geniesst evtl. nicht ausschliesslich! Und als 820er Mann von über 10000 Finishern im Ziel, das ist schon eine ganz große Nummer!

Auch für Michael "Wisi" Wieskus wurde der Lauf eine große Nummer. "Eingentlich wollte ich keinen Marathon laufen, ist mir eigentlich zu eintönig! Aber dann habe ich beim Citylauf 2018 durch eine Verlosung den Startplatz gewonnen, dann mußte ich wohl!" gibt er mit Augenzwinkern an. "Dabei laufe ich gar nicht mehr so viel, fahre Mountainbike, gehe vier mal pro Woche zu Kursangeboten ins mobile, um insgesamt den Körper fit zu halten und komme nur noch zwei mal pro Woche in die Laufschuhe!" so sein Wochenplan. Entsprechend hatte er sich bei vier bis viereinhalb Stunden im Ziel gesehen, evtl. auch gehend, "ich hatte nur vier lange Läufe bis 30 km gehabt!" Daß das mobile-Programm sich aber scheinbar positiv auf LäuferInnen auswirken kann, erlebte er in Hamburg. Mit unter vier Stunden (3h52min) und einer kontinuierlichen Geschwindigkeit von ca. elf km/h kam er ins Ziel, "meine schnellste Marathon-Zeit ever!" konnte er es kaum fassen! "Ich dachte, meine Uhr kann nicht stimmen, bin einfach nach Gefühl gelaufen und hab immer gedacht, das rächt sich, gleich knickst Du ein!" Das passierte aber wohl nicht!

Eine besondere Aufgabe hatte sich Carolin "Caro" Aehling gestellt, sie coachte ihre Freundin Anna Plinke, mit der sie seit ihrem Studium in Regensburg gemeinsam trainiert hatte. Caro kam um 9.15 Uhr aus dem Hamburger Bahnhof (9.30 Uhr starteten die LäuferInnen),  lieh sich ein Stadtrad und fuhr möglichst viele Stellen an, um Anna zu motivieren, anzufeuern, anzuschreien. "Das war fast mehr Stress, als wenn ich selbst gelaufen wäre", scherzte sie auf der Rückfahrt! "Immer durch die vielen Besucher durch zum nächsten Punkt, das war Arbeit!", die sich aber gelohnt hatte. Anna wollte unter 2 Stunden 50 laufen, mit Caros Schreie im Nacken kam sie als 26. Frau ins Ziel mit wahnsinnigen 2h46min! Wahnsinnig war auch die Stimmung, der Veranstalter hatte die Strecke noch einmal umgestaltet, um mehr Fans an den Laufkanal zu bekommen! "Das war schon laut und antreibend!", lobte Wieskus, "sorgte aber auch für Engstellen, wo man sich fast in die Hacken trat!", da hilft evtl. nur: noch schneller laufen!

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