Faszination Mountainbiken

Speichensportler der DJK beim 24-Stunden Rennen am Alfsee


Am letzten Wochenende zog es über zwanzig aktive Mountainbiker der DJK Eintracht Coesfeld zu den Deutschen Meisterschaften im 24-Stunden Mountainbiken nach Rieste an den Alfsee.
Team24AlfseeBestens ausgestattet wollten zwei Achterteams und ein Sechserteam der Speichensportabteilung sich den Herausforderungen eines Tag- und Nachtrennens stellen. Wer jedoch glaubte, dass ein Rennen um einen See ein einfacher Rundkurs ohne Abfahrten und Steigungen der Level einer Deutschen Meisterschaft ist, wurde eines Besseren belehrt.

Bereits am Freitag richtete das Coesfelder Vorkommando das Fahrerlager mit Wohnmobile, Wohnwagen und ZeFahrerlagerDJK24hAlfseelte auf dem Campingplatz am Alfsee ein. Das Orgateam des Ausrichters hatte mit sehr viel Fleiß und Ideenreichtum eine Mountainbikestrecke präpariert, die so manchen Biker an die Grenzen seiner Kräfte brachte. In der Nacht vor dem Wettkampf war die Stimmung im Lager sehr harmonisch, so dass die Zeichen für ein förderndes Teambuilding gegeben waren.
Samstag 14:00 Uhr am Alfsee – 1.200 Mountainbiker stellen sich der Herausforderung, 24 Stunden im Team einen anspruchsvollen Parcours möglichst schnell und ohne Schaden zu durchfahren. Ein Sechser- und ein Achter-Männerteam sowie ein Achter-Mixteam gingen für die DJK Eintracht Coesfeld an den Start. Spektakulär waren gerade in der Startphase die Aktionen der Fahrer, da jeder Starter eine möglichst gute Ausgangsposition bei den bevorstehenden Singletrails erreichen wollte.
15:00 Uhr – bei den ersten Wechseln war es in der Wechselzone zwar noch ein wenig wuselig, denn zwischen den stark ambitionierten Mannschaften mischten sich auch 120 Einzelfahrerinnen und –fahrer mit, die das 24-Stunden Mountainbiken alleine durchstehen wollten.
16:00 Uhr – für die Coesfelder Teilnehmer wurde eine Kaffeerunde im Fahrerlager eingeläutet. Andere wiederum kamen völlig erschöpft von ihrer ersten Runde zurück und konnten sich bei 26°C nicht vorstellen, wie sie die restlichen 22 Stunden durchstehen sollen.
17:00 Uhr – ganz leichter Regen setzte ein. Super Voraussetzungen um sein Bike zu panieren, denn der staubige Sand setzte sich in alle Ecken der Zahnräder und Schaltung fest. Dann ertönte auch schon das Martinshorn. Eine Fahrergruppe ist auf dem glitschigen Untergrund ausgerutscht und hatte sich ineinander verkeilt. Für zwei Verletzte ist das Rennen bereits nach 3 Stunden beendet.
18:00 Uhr – Alle Coesfelder Teilnehmer hatten mindestens eine Runde gefahren und die Zeiten wurden verglichen. Automatisch erhöhte sich der Druck im Fahrerlager, denn die eine oder andere Zeit seines Mitstreiters sollte noch getoppt werden. Sportlicher Ehrgeiz entwickelt sich und Elmar Schmitz aus dem Mixteam feiert seinen Geburtstag.
19:00 Uhr – über den bestens ausgestatteten Campingplatz zog sich eine Duftwolke, die an viele Leckereien vom Grill erinnerte. Auch einige Speichensportler bevorzugten diese Art der Überbrückung vor deren nächsten Einsatz, obwohl die wettkampfspezifische Ernährung bei einem 24-Stunden Einsatz nicht zu unterschätzen ist.
20:00 Uhr – die Teams sind schon 6 Stunden sportlich unterwegs und jeder erzählt nach Rückkehr von der Piste über seine Erlebnisse. Fair geht vor – eine Grundbedingung bei den Mountainbikern. Stephanus Schürkötter hatte sein Rennen unterbrochen und ein junges Mädel geholfen, welches in einem Unfall verwickelt war. Sie musste ihren Sturz über den Lenker mit einem Kieferbruch bezahlen. Die verlorene Zeit von 20 Minuten wurden dem Coesfelder Team zwar gutgeschrieben, aber wichtiger war hier die Hilfeleistung.
21:00 Uhr – Die Dämmerung zieht auf und ab 21:15 Uhr besteht Lichtpflicht für alle. Was jedoch von so manchen Mountainbikern aufgefahren wurde, konnte schon als Flutlichtanlage bezeichnet werden. Mit bis zu drei Stirnlampen, drei Lenkerlampen, blinkende Rücklichter und blaue LED-Ketten am Rahmen, füllte sich der Parcours mit imposante, bewegliche Leuchtobjekte. Wolfgang Lembeck meldet telefonisch Kettenriss in einem Waldstück. Das bedeutet Soforteinsatz von Christian Hille – also raus aus dem Ruhesessel und für Wolfgang einen Fußmarsch von vier Kilometer.
22:00 Uhr – in den drei Coesfelder Teams wird die aktuelle Vorgehensweise der Ruhezeiten diskutiert.
Zwischen - ich ruhe gar nicht - bis - ich versuche jede Minute die Füße hoch zu legen - sind alle Meinungen vertreten. Trotz Dunkelheit herrscht im gesamten Fahrerlager emsiges Treiben. Einige bereiten sich auf ihren Einsatz vor, andere kommen von ihrem Rennen zurück, wiederum andere genießen eine Dusche und einige fachsimpeln über die Technik am Rad.
23:00 Uhr – eigentlich ist es Zeit um ins Bett zu gehen, aber diese Nacht wird den Biorhythmus eines jeden Fahrers stark beeinträchtigen. Der Ansager bedankt sich für die gute Stimmung im Start- und Zielbereich und stellt aus lärmschutztechnischen Gründen seine Moderration bis Sonntagmorgen 09:00 Uhr ein. Toll – gespenstische Ruhe in der Wechselzone.
24:00 Uhr – Hurra, ein neuer Tag beginnt. Nur noch 14 Stunden Wettkampf. Langsam kehrt Ruhe ein, doch um 00:12 Uhr sorgt der Eingang einer Whats App Nachricht für Unruhe. Bonimir Dolic meldet einen Kettenriss, natürlich am äußersten Ende des Rundkurses. Sofort wird der nächste Fahrer alarmiert um wertvolle Rundenzeiten für das Team einzufahren. Bonimr begibt sich auf die Wanderung.
01:00 Uhr – Die Stimmung auf dem Campingplatz ist eine ganz besondere. Alle 3-4 Stunden haben die Coesfelder Fahrer und Fahrerinnen einen Einsatz. Dann heißt es, sich ca. 45 Minuten vorher auf sein Rennen vorzubereiten und für 30-40 Minuten den Puls auf die maximale Herzfrequenz zu bringen. Der ungewohnte Ernährungsrhythmus und der Schlafmangel sind die Faktoren, mit denen der Körper der Biker in der Nacht zusätzlich klarkommen muss.
02:00 Uhr – Halbzeit für alle. 12 Stunden Einsatzzeit sind bereits vergangen. Trotz guter
Lichtausstattung am Rad und Helm sind viele Details des Untergrundes nicht erkennbar. Unsicher und zurückhaltender, anderseits aber auch waghalsiger und risikofreudiger durchfahren die Biker gewisse anspruchsvolle Passagen der Strecke. So mancher überhasteter Akt endet mit einem Sturz, meistens jedoch glimpflich.
03:00 Uhr – Die Mountainbiker haben eine gute Nacht erwischt. Es ist lauschig warm und trocken. In dem Verpflegungszelt des Veranstalters herrscht emsiges Treiben. Dort können sich alle Biker 24-Stunden versorgen. Brühe, Nudeln, Obst, Gemüse, belegte Brötchen, glutenfreie Kost und Getränke.
Bei den Gesprächen kommt immer wieder die besondere Atmosphäre in der Nacht und die TOPOrganisation und Versorgung zur Sprache.
04:00 Uhr – Wer diese Startzeit erwischt kann sich glücklich schätzen. Beeindruckend der
Sonnenaufgang rund um den Alfsee. Die Vogelwelt in dem Naturschutzgebiet erwacht, es wird Tag und es kehrt um den Alfsee so langsam wieder Leben ein. Die Psyche der Sportler lebt auf, und zwischendurch gibt es lebhafte Anfeuerungsrufe in der Wechselzone.
05:00 Uhr – Bei den Rundenzeiten in der Nacht gab es kleine Einbußen, jedoch die Rundenzeiten am Tag werden sicher wieder mindestens 1 Minute schneller sein. Bemerkenswert, wie unterschiedlich die Coesfelder den Wettkampf bisher durchleben. In einem Schlafzelt verfällt ein erschöpfter Biker im Schnarchmodus, der wiederum einigen anderen Teamkollegen den Schlaf raubt.
06:00 Uhr – Kaffeeduft zieht durch das Fahrerlager der DJK und die aufgehende Sonne sorgt schon für angenehme Temperaturen. Die Helm- und Radleuchten werden demontiert und 3 Teamkollegen putzen ihre Räder für ihre letzten Einsätze. Auch so kann man einen Tag beginnen.
07:00 Uhr – Spektakulär jagen die Fahrer und Fahrerinnen noch immer über die im Parcours integrierte Brücke aus Gerüststangen, die sich direkt auf der Zielgeraden befindet. Unter dem vier Meter hohen Hindernis befindet sich der Zu- und Abgang zur Wechselzone. Die 4 Schrauber in den zwei Werkstattzelten haben Hochkonjunktur. Von den übermäßig vielen Kettenrissen waren sie wohl überrascht worden. Es geht ein Aufruf um: „Fahrradketten gesucht“, aber diejenigen, die eine Ersatzkette dabei hatten, wollten erst das Ende ihres Rennens abwarten.
08:00 Uhr – Auf dem Campingplatz entdecken wir ein professionell ausgestattetes Bikerteam mit eigener Werkstatt, Rennräder zum Warmfahren und einem eigenen Physioteam mit Massagezelt. Die Räder werden nach jedem Einsatz gereinigt und gewartet. In der Wechselzone wird den Fahrern das Rad gebracht und abgenommen. Einen Luxus auf den die Coesfelder verzichtet haben.
09:00 Uhr – Bei den DJK-Teams läuft alles rund. Ein gemeinsames Frühstück wird vorbereitet, denn es ist schließlich Sonntagmorgen. Rührei aus der großen Pfanne, Brötchen, Kaffee und der Countdown zum Zielschluss 14:00 Uhr läuft an. Das Thermometer schnellt nach oben und es sind 28°C vorausgesagt. Der Moderator ist ausgeschlafen und schaltet sich wieder in das Geschehen ein. Ein Coesfelder Biker meldet sich mit neuer Bestzeit und einer Spitzengeschwindigkeit von 41km/h im Fahrerlager zurück.
10:00 Uhr – Eigentlich hätten die Speichensportler jetzt ihr sonntägliches Training, aber dieses
gestaltete sich an diesem Wochenende ein wenig anders. Die Lagermusik wird ein wenig hochgefahren und die Teams pushen sich noch einmal nach oben. Einige kommen mit Rundenbestzeiten zurück ins Fahrerlager und sind hocherfreut. Wahnsinn was ein Mensch bewegen kann.
11:00 Uhr – „Herrenstunde“ tönt es in der Runde. Wenn auch nur isotonisch und in einem Workshop wurde mit den mitgereisten Kindern die Herstellung von einem Schlemmerquark mit Schokolade und Erdbeeren veranstaltet. Das gesamte Veranstaltungsgelände füllt sich mit Besucher, die das Finish des 24-Stunden Mountainbike-Rennens verfolgen wollen.
12:00 Uhr – Die Spekulationen beginnen, wer die letzte Runde in den Teams fahren muss und wer davon befreit ist, denn der letzte Fahrer muss vor 14:00 Uhr gestartet sein. Ludger Kleinschnitker, Robert Feldermann und Michael Laukamp waren diejenigen, die für ihr Team ein letztes Mal die Strecke passieren durften oder auch mussten.
13:00 Uhr – Der Ansager läuft zur Höchstform auf, während bei den einen und anderen
Ausdauersportlern die Kräfte und auch die Konzentration schwinden. Das Thermometer zeigt die vorausgesagten 28°C an. Gegen 13:30 Uhr starten die Coesfelder Schlussfahrer und verfehlen teilweise ihre Bestzeiten nur sehr knapp.
14:00 Uhr – Bombenstimmung im Zielbereich. Die Zuschauer peitschen die Schlussfahrer über die Zielbrücke, der Moderator überschlägt sich bei seinen Kommentaren und alle Biker sind einfach nur froh unverletzt und ohne großen Schaden, jedoch erschöpft und ausgepowert das Ziel 24-Stunden Mountainbiken erreicht zu haben.
Bei der anschließenden Siegerehrung fanden sich alle DJK-Teams im Mittelfeld wieder. Die Coesfelder Mannschaften hatten zwischen 35 und 39 Runden über 12KM ansolviert, so dass jedes Team im Schnitt 450 KM zurückgelegt hatte.
Bei der anschließenden Verlosung ging der Hauptpreis - ein viertägiger Aufenthalt in einem 5 Sterne Hotel in Italien an Florian Kleinschnitker, der aufgrund einer Rückenverletzung leider die letzten Runden nicht mehr absolvieren konnte und somit diesen Preis sicher verdient hat.
Für alle die sich ein wenig von der Faszination Mountainbiken inspiriert fühlen sind herzlich zu einen der täglichen Trainings bei den Speichensportlern der DJK Eintracht Coesfeld eingeladen um in der Gemeinschaft den abwechslungsreichen und interessanten Sport Mountainbiken zu erleben.

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